Dr. Otto Holter

Zum Ableben von Dr. Otto Holter

Beruflicher Werdegang und Wirken in der Gemeinschaft

Am 8. Dezember verstarb Dr. Otto Holter im 99. Lebensjahr nach einem langen erfüllten Leben. Sein Beruf und seine Berufung als Anwalt haben ihn bis zuletzt geprägt. Bis vor vier Jahren war er als Konsulent für die Kanzlei tätig und nur die Erwähnung einer wichtigen Gerichtsverhandlung hat er noch bis zuletzt im Krankenhaus mit Interesse verfolgt.

Dr. Otto Holter trat, nachdem er in Graz sein Studium abgeschlossen hatte, am 1. 1. 1957 als Juniorpartner in Grieskirchen in die Kanzlei von LR Dr. Heinrich Wildfellner ein. Mit viel Fleiß, Kompetenz und Engagement, aber auch dank der guten Zusammenarbeit mit Dr. Gerald Wildfellner, sowie seinen Söhnen Klaus und Stefan entwickelte sich die Anwaltskanzlei zu einer der größten in Oberösterreich.

Als Gründungsstadtmeister und langjähriger Obmann des UTC Grieskirchen übte der begeisterte Tennisspieler diesen Sport bis ins vergangene Jahr noch aktiv aus. Er war ein fairer Sportler, dessen Fitness und Spielwitz so manchen Gegner zur Verzweiflung brachte.

Noch länger konnte er dem Kirchenchor Grieskirchen die Treue halten. 67 Jahre war er aktives Mitglied und bei den wöchentlichen Proben stets anwesend. Bis in die Sommerpause wenige Wochen vor seinem Tod hat Dr. Otto Holter noch persönlich mitgesungen und mitgewirkt.

Dr. Otto Holter war auch Gründungsmitglied des ersten Pfarrgemeinderates und jahrzehntelang juristischer Vortragender bei den Ehevorbereitungskursen.

Gerne hielt er auch Vorträge, insbesondere über Vermögensübertragungen und Erbrecht.

Ebenso hat er auch im Rotary Club Grieskirchen bis zuletzt an Meetings teilgenommen und seinen großen Erfahrungsschatz eingebracht.

Sein gesellschaftliches Engagement, wie etwa in der Sparkasse Grieskirchen, dem Roten Kreuz, der Hospizbewegung und der Pfarrgemeinde, war ihm stets ein Anliegen.

Als Vereinsvorsteher des Sparkassenvereines führte er die Fusionsverhandlungen mit der Erste Bank und konnte in diesem Zusammenhang die Gründung des noch immer bestehenden Regionalfonds mit eigener Rechtspersönlichkeit durchsetzen – einmalig in Österreich.

Für sein gesellschaftliches Engagement, für seine großen Verdienste im wirtschaftlichen und sportlichen Bereich erhielt Dr. Otto Holter im Jahr 1994 das Ehrenzeichen der Stadt Grieskirchen und im Jahr 2012 für sein Lebenswerk den Ehrenring der Stadt Grieskirchen verleihen.

Kindheit . Jugend und Familie

Dr. Otto Holter wuchs in Gallspach in einer von Humanismus, Bildung, Musik und feinem Humor geprägten fünfköpfigen Familie auf. Er besuchte in Wels das Gymnasium. Dazu fuhren die Geschwister mit dem Rad von Gallspach nach Grieskirchen und von dort mit der Bahn nach Wels.

Nach dem Besuch von 6 Klassen erfolgte 1943 die Einberufung des erst 16-jährigen als Luftwaffenhelfer zur Fliegerabwehr im Raum Linz, 1944 wurde er zur Wehrmacht nach Amstetten verlegt und im Februar 1945 noch nach Dessau zur Heeresgruppe Wenk, die das bereits von den Russen eingeschlossene Berlin befreien sollte. Mit viel Glück kam er nach der Übernahme Berlins durch die Alliierten über die Elbe in amerikanische, dann englische Gefangenschaft, und schlug sich im August 1945 unverletzt nach Hause durch.

Diese einprägsamen Erlebnisse führten dazu, dass Dr. Otto Holter stets um Versöhnung und Ausgleich bemüht war.

Rückzugsort und Ausgleich für seine vielfältigen beruflichen und gesellschaftlichen Aktivitäten war bis zuletzt sein geliebter Garten; bis zum 99. Lebensjahr bestand er darauf, die große Parzelle selbst zu mähen.

Dr. Otto Holter hinterlässt eine große Familie. Neben seiner Frau Ingeborg vier Kinder, sechs Enkel und acht Urenkel.

Maria Pacher, Bürgermeisterin von Grieskirchen, begann ihre Trauerrede im Rahmen des feierlichen Requiems mit einem Ausspruch des schottischen Dichters Thomas Carlyle „Ein guter, edler Mensch, der mit uns gelebt hat, kann uns nicht genommen werden: er lässt eine leuchtende Spur zurück.“

So werden wir ihn dankbar in Erinnerung behalten.

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